Franta verlor sich im Duft des Waldes, bevor ihm überhaupt bewusst wurde, dass er sich verirrt hatte. Die Luft war schwer von dem tiefen, cremigen Duft nach Holz und Erde, und der betörende Geruch zog ihn immer weiter in seinen Bann. Panik machte sich breit, als sein Atem lauter zu hallen begann als seine Schritte. Er wusste nicht, in welche Richtung er gehen sollte, sein Halt wurde auf dem feuchten, unebenen Boden immer unsicherer, und bei jedem unsicheren Schritt zog sich sein Magen ein wenig zusammen. Der Wald schloss sich um ihn herum, so wie sich ein Gedanke schließt, wenn man ihm zu sehr nachjagt, wie eine Höhle der Feuchtigkeit, und das Licht wurde unter dem Blätterdach schwächer. Die Bäume wurden dichter, Wurzeln ragten wie alte Knöchel aus dem Boden, und das Licht wurde grün und kehrte nach innen. Er hatte eigentlich nur vor, umherzustreifen, aber das Umherstreifen hat seine eigenen Absichten, und bald verschwand der Weg so leise wie ein Geheimnis.
Der Duft wurde intensiver, als die Angst wuchs; dunkles Oud lag wie ein Schatten unter dem Moos, während Zedernholz und Sandelholz ihn wie ein schwerer Mantel umhüllten; etwas, das an schwache Funken von Safran und rosa Pfeffer erinnerte, durchdrang die Feuchtigkeit, scharf im Kontrast zur Last der Panik, während irgendwo eine Note von Vetiver und Moschus an der Luft zu haften schien und ihn im Puls des Waldes verankerte. Jeder Atemzug brachte sowohl Orientierungslosigkeit als auch den seltsamen Trost mit sich, zu wissen, dass der Wald ein Gedächtnis hatte.
Da hörte er das Rascheln, nicht bedrohlich, nicht beängstigend. Ein Affe tauchte auf, klein und bedächtig, seine Augen strahlten die Geduld von etwas aus, das älter war als Landkarten. Er musterte ihn, als wäre er derjenige, der fehl am Platz war, was er natürlich auch war.
Ohne Umstände ging es weiter, ab und zu innehaltend, um sicherzugehen, dass er folgte. Der Wald leistete ihnen Widerstand. Äste krallten sich in seine Ärmel, der Duft von Holz und Gewürzen leitete jeden Schritt, die Luft war schwer von feuchten Erinnerungen, und jede Richtung sah aus wie ein neuer Anfang. Doch der Affe wusste es. Er sprang, wo der Boden weicher wurde, wartete, wo der Wald dichter wurde, sein Schwanz zuckte wie Satzzeichen in einem Satz, den er gerade zu lesen lernte.
Während sie gingen, ließ die Panik nach. Der cremige, rauchige Duft des Waldes wurde vertraut, beruhigend, intim. Er spürte, wie der Wald ihn beobachtete, nicht mit Bosheit, sondern mit Neugier, als wolle er wissen, ob er zuhören würde.
Dann kehrte der Weg plötzlich zurück. Klar. Gewöhnlich. Der Affe verschwand ohne Abschied und hinterließ nur das Echo von Holz und Gewürzen sowie das Gefühl, dass er nicht aus dem Wald geführt worden war, sondern zurück in sich selbst, zu seinem Atem.
AOC