Lange bevor Sonnencremes in den Regalen der Apotheken standen, suchten Kulturen auf der ganzen Welt bereits nach Möglichkeiten, ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Alte Zivilisationen nutzten natürliche Inhaltsstoffe wie Reiskleie, Jasmin sowie Mineralpasten und Tonerde, um sich vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Moderne Sonnenschutzmittel kamen jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, als Wissenschaftler begannen, ultraviolette Strahlung und ihre Auswirkungen auf die Haut zu untersuchen. In den 1970er Jahren veränderte das Konzept des Lichtschutzfaktors (SPF) die Art und Weise, wie wir den Schutz vor der Sonne messen.
Der Lichtschutzfaktor bezieht sich speziell auf den Schutz vor UVB-Strahlen, der für Sonnenbrand verantwortlichen ultravioletten Strahlung. Ein SPF 15 blockiert etwa 93 % der UVB-Strahlen, Sonnenschutzmittel mit SPF 30 blockieren etwa 97 % der UVB-Strahlen, während SPF 50 etwa 98 % blockiert. Was der SPF nicht misst, ist der Schutz vor UVA-Strahlen, die tiefer in die Haut eindringen und maßgeblich für vorzeitige Hautalterung, Pigmentierung und langfristige Hautschäden verantwortlich sind. Deshalb ist die Wahl eines Breitspektrum-Sonnenschutzmittels unerlässlich.
Die Sonneneinstrahlung ist zwischen 10 und 16 Uhr am stärksten, wenn sowohl die UVA- als auch die UVB-Strahlung ihren Höhepunkt erreichen. Doch auch an bewölkten Tagen oder in den Wintermonaten sind UVA-Strahlen weiterhin vorhanden und wirken unbemerkt auf die Haut ein. Täglicher Sonnenschutz ist daher weniger eine saisonale Gewohnheit als vielmehr ein ganzjähriges Ritual.
Moderne Sonnenschutzmittel lassen sich im Allgemeinen in zwei Kategorien einteilen: chemische und mineralische. Chemische Sonnenschutzmittel absorbieren UV-Strahlen und wandeln sie in Wärme um; sie bieten oft leichte Texturen, die sich nahtlos in die Haut einfügen. Mineralische oder physikalische Sonnenschutzmittel verwenden Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid, um UV-Strahlung an der Hautoberfläche zu reflektieren und zu streuen. Diese Formeln werden oft von Menschen mit empfindlicher oder zu Akne neigender Haut bevorzugt.
In den letzten Jahren sind bestimmte Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln unter die Lupe genommen worden. Filter wie Oxybenzon, Octinoxat und PABA haben aufgrund möglicher Hautempfindlichkeiten, hormoneller Auswirkungen und Umweltauswirkungen, insbesondere auf Korallenriffe, Bedenken ausgelöst. Infolgedessen konzentrieren sich viele moderne Formulierungen auf sanftere, umweltbewusstere Filter.
Bei fettiger oder zu Akne neigender Haut kommt es auf die Textur an. Leichte, nicht komedogene Sonnenschutzmittel sind ideal, und wenn die Formel bereits feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe enthält, ist das Auftragen einer reichhaltigen Feuchtigkeitscreme darunter möglicherweise nicht notwendig. Zu viele Schichten können den Glanz verstärken und die Poren verstopfen, was zu Hautunreinheiten führen kann. Bei trockener Haut hingegen kann das Auftragen einer Feuchtigkeitscreme unter der Sonnencreme für zusätzliche, wohltuende Feuchtigkeit sorgen. Wer normale Haut hat, kann einfach selbst entscheiden, was sich je nach Jahreszeit, Klima und der Reichhaltigkeit der Sonnencreme am besten anfühlt.
Wenn Sie Make-up tragen, lassen Sie die Sonnencreme einige Minuten einziehen, bevor Sie Foundation oder Concealer auftragen. Dies verhindert ein Abblättern und sorgt dafür, dass die Sonnencreme eine gleichmäßige Schutzschicht bildet.
Und schließlich sollten Sie die goldene Regel beachten: Tragen Sie die Sonnencreme alle zwei Stunden erneut auf, wenn Sie der Sonne ausgesetzt sind, und immer nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen mit dem Handtuch.
Ein letztes Detail, das oft übersehen wird: Sonnencreme ist verfallbar. Mit der Zeit verlieren UV-Filter ihre Wirksamkeit, was bedeutet, dass ältere Formeln möglicherweise keinen zuverlässigen Schutz mehr bieten. Um sicherzustellen, dass Ihre Haut angemessen geschützt bleibt, sollten Sie Ihre Sonnencreme regelmäßig austauschen und jede neue Saison mit einer frischen Flasche beginnen.
Denn in der Hautpflege ist Sonnencreme nicht nur Schutz, sondern auch Vorbeugung, Eleganz und Fürsorge für die Zukunft der Haut.
Wissenswertes über Sonnencreme
1. Sonnencreme wurde von Bergsteigern inspiriert
Eine der ersten modernen Sonnencremes wurde in den 1930er Jahren von einem Schweizer Chemiker entwickelt, nachdem er sich beim Besteigen des Piz Buin einen schweren Sonnenbrand zugezogen hatte. Seine Erfindung bildete später die Grundlage für eine der ersten kommerziellen Sonnencremes.
2. Das SPF-System ist relativ neu
Das heute verwendete SPF-Bewertungssystem (Sun Protection Factor) wurde erst 1962 eingeführt und half den Verbrauchern endlich zu verstehen, wie viel Schutz ein Sonnenschutzmittel bieten kann.
3. Sonnenschutz hilft, Falten vorzubeugen
Bis zu 90 % der sichtbaren Hautalterung wird durch Sonneneinstrahlung verursacht und nicht durch den Zeitablauf an sich. Die tägliche Verwendung von Sonnenschutz gilt als eine der wirksamsten Anti-Aging-Maßnahmen.
4. Sie tragen wahrscheinlich zu wenig auf
Studien zeigen, dass die meisten Menschen nur 25–50 % der empfohlenen Menge an Sonnenschutz auftragen, was bedeutet, dass der tatsächliche Schutz viel geringer ist als der auf der Flasche angegebene Lichtschutzfaktor.
5. Sonnenschutz wirkt auch an bewölkten Tagen
Selbst bei bewölktem Himmel können bis zu 80 % der UV-Strahlen Ihre Haut erreichen, weshalb Dermatologen empfehlen, jeden Tag Sonnenschutz zu tragen.
6. Schnee und Wasser reflektieren UV-Strahlen
Schnee kann bis zu 80–90 % der UV-Strahlung reflektieren, weshalb Sonnenbrände im Skiurlaub selbst bei niedrigen Temperaturen häufig vorkommen.
7. Sonnenschutz im Weltraum
Astronauten auf NASA-Missionen verwenden extrem starken UV-Schutz, da die Sonnenstrahlung außerhalb der Erdatmosphäre deutlich intensiver ist.
8. Manche Sonnenschutzmittel schützen auch das Meer
Viele moderne Formeln sind mittlerweile als „riffverträglich“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass sie auf Filter wie Oxybenzon und Octinoxat verzichten, die Korallenriffe schädigen können.






