Lola stürmte mit farbeverschmierten Fingern und einem Kopf voller Ideen, die sich nicht zur Ruhe geben wollten, durch die Stadt. Sie schuf nicht nur Kunst, sie stürzte sich hinein und formte mit Materialien, die die meisten Menschen niemals anfassen würden: gekauter Kaugummi, Latex, Abfälle aus der Welt, die andere übersahen. Jedes Werk war eine Frage, eine Herausforderung, eine kleine Rebellion gegen eine Welt, die Konformität verlangte. Das brachte einen zum Lächeln....
Um den Hals trug sie einen weichen Seidenschal, der ihren charakteristischen Duft verströmte: die frische Klarheit von Wacholder und grüner Mandarine, mit einem Hauch von rosa Pfeffer. Er vermischte sich mit der subtilen Wärme von Amber und Kaschmirholz, sodass sich die Luft, selbst als sie durch die Straßen der Stadt ging, ihrer Anwesenheit anzupassen schien. Ihr Atelier war eine olfaktorische Erweiterung ihrer Fantasie: Lavendel und Minze strömten aus Töpfen auf der Fensterbank, während gesammelte Zypressenzweige und getrocknete Maiglöckchen Teil ihrer Kreationen wurden. Die hölzernen Sockel, Kisten und Töpfe, die sie verwendete, waren gefundene Schätze – Bretter von Baustellen, ausrangierte Balken und zersplitterte Dielen, die unter ihren Händen zu Gefäßen für ihre Kunst verwandelt wurden.
An einem schwülen Nachmittag empfing Lola ihre beiden engsten Kundinnen, Penelope und Maja, in der Galerie. Sie verfolgten ihre Arbeit schon seit Jahren und sammelten ihre winzigen Kaugummi-Skulpturen, die vor Leben zu vibrieren schienen. Penelope bewunderte die zarten Blumen, die sich an Sockeln festklammerten, und atmete den scharfen Duft von rosa Pfeffer und das süße, krautige Flüstern der Minze ein. Maja, stets präzise, verweilte bei einer Reihe sternförmiger Stücke und fuhr mit den Fingern über die klebrigen Oberflächen, während sich das raue Zedern- und Kaschmirholz, das sie auf Baustellen gesammelt hatte, nahtlos mit ihrem Parfüm vermischte – so untrennbar und vielschichtig wie ihre Kunstwerke.
Die Leute nannten Lola radikal, exzentrisch, unmöglich, aber sie blühte dabei auf. Sie passte nicht in die Schubladen, die andere für sie schufen, und das wollte sie auch gar nicht. Ihr Vermächtnis bestand nicht in höflichem Lob; es lag in dem Feuer, das sie hinterließ, in dem Mut, den sie in jedem entfachte, der bereit war, hinzuschauen, wirklich hinzuschauen.